Der Begriff Visitenkarte wurzelt in ihrer ursprünglichen Funktion. In früheren Zeiten wurde sie beim Besuch in hohem Hause der Empfangsdame oder dem Butler übergeben, um dann anschließend an den Hausherrn oder die Dame des Hauses weitergegeben zu werden. Oft knickte der Besucher seine Karte nach einer bestimmten gesellschaftlichen Sitte, wobei die Form des Knicks den Anlass signalisierte (Antritts- oder Beileidsbesuch usw.). Bei höfischen Festveranstaltungen dienten sie dem Zeremonienmeister zur öffentlichen Ankündigung des Gastes.
Heute tauscht man Visitenkarten hauptsächlich im Berufsleben – so auf Messen oder Konferenzen oder bei jedem Erstkontakt zwischen möglichen Geschäftspartnern. Dabei ist es natürlich wichtig, durch Stil und Aufmachung der Visitenkarte auf das Corporate Identity seines Unternehmens hinzuweisen. Ebenso wichtig ist dabei die scheinbar beiläufige Präsentation des entsprechendenden Visitenkarten Etuis. Etuis gibt es in allen Materialien und Preisklassen. Durch ein edles Etui in dunklem Leder gerät jeder neue Kontakt zu einer Zeremonie. Und dieses Procedere trägt manchmal maßgeblich zum ersten Eindruck bei. Perfektioniert wird dieser Eindruck mit luxuriösen Visitenkarten Etuis von namhaften Designern wie Louis Vuitton oder Prada, die natürlich ihren Preis haben. Um Stil und Etikette auch auf internationaler Ebene zu wahren, sollten in einem solchen Etui auch nur ausschließlich die eigenen Visitenkarten und die der Geschäftspartner aufbewahrt werden. Kreditkarten gehören in die Brieftasche.
Es werden natürlich auch preisgünstigere Varianten in Kunstleder oder Aluminium angeboten, die schon ab etwa 4 Euro zu haben sind. Visitenkarten Etuis werden zum größten Prozentsatz noch von Herren benutzt. So sind die Etuis beispielsweise fester Bestandteil von gut sortierten Herrenausstattern. Modelle für Damen findet man noch selten, aber sie sind im Kommen. Die Geschäftsfrau, die etwas auf sich hält, macht beispielsweise mit eleganten Visistenkarten Etuis, die in Handarbeit mit echten SWAROVSKI-Steinen verziert wurden, einen guten Eindruck und präsentiert sich direkt im richtigen Licht.
Für die gute Gestaltung humorvoller Visitenkarten bieten sich verschiedene Internetseiten an wie zum Beispiel Austrianweb.at oder auch Karikaturisten an, die sich des Themas der Branche professionell annehmen und entsprechende Motive und Vorlagen liefern. Humorvolle Visitenkarten sind auf jeden Fall ein Blickfang und setzen sich in von den einheitlich zumeist in weiß gestalteten Visitenkarten ab. Durch Farbe und transportiertem Inhalt präsentiert man sich zugleich informativ und von der witzigen Seite. So mancher Geschäftsmann steht dem wahrscheinlich skeptisch gegenüber, sieht man sich aber einmal ein paar Beispiele an, so steckt doch hinter der einen oder anderen witzig gestalteten Visitenkarte ein große Portion Genialität. Ein Muster zeigt die Visitenkarte einer Schädlingsbekämpfungsfirma, die als Hintergrundbild eine schwarz geschlängelte Ameisenstraße zum Inhalt hat. Handwerksbetriebe können kleine Karikaturen zur Verdeutlichung ihrer Branche gestalten lassen und wer fängt nicht an zu schmunzeln, wenn der örtliche neue Schornsteinfeger einem eine Visitenkarte in die Hand drückt, wo die schwarzen Fingerabdrücke schon draufgedruckt sind? Durch Humor lockert sich so manche steife Atmosphäre und neue Geschäftspartner finden so schneller zueinander als beim bloßen Austausch neutraler Visitenkarten. Nun stößt der Humor natürlich auf seine naturgegebenen Grenzen. Ein Finanzdienstleister, der unter den “Großen” bestehen will, ist natürlich schlecht beraten, wenn er eine humorvolle Visitenkarte präsentiert, auf der in Comicmanier ein großes Dollarzeichen prangt. Dies wird wahrscheinlich eher peinlich berührte Gesichter zur Folge haben. Generell empfehlen sich humorvolle Visitenkarten für folgende Branchen: alles, was mit Kindern zu tun hat, denn lustige Logos sprechen sowohl Kinder als auch deren Eltern an; kleinere Handwerksbetriebe, denn so setzt man sich von der Konkurrenz durch eine witzige Gestaltung ab; Menschen, die einen humorvollen Beruf ausüben wie Clowns, Artisten, usw. Eine ansprechend gestaltete humorvolle Visitenkarte macht auf jeden Fall positiv auf sich aufmerksam, wenn bestimmte Branchen angesprochen sind und das Design zugleich geschmackvoll ist. Die Visitenkarte sollte dabei nicht mit Motiven überladen werden, denn sonst ist sie ein kleiner Comic.
Die ersten “Cartes de Visite” sollen aus Frankreich stammen, wo sie auch zum ersten Mal mit Fotografien der Besitzer gestaltet worden sind. Waren bis dahin Visitenkarten eine Gepflogenheit, um seinen Besuch anzkündigen – eine besondere Farbgebung war daher nicht notwendig – waren die Anfänge der Fotografie Mitte des 19. Jahrhunderts zugleich die Anfänge der ersten bunten Visitenkarten.
Die meisten Visitenkarten der Geschäftsleute haben heute einen weißen Hintergrund. Mal auf Leinendruck, mal laminiert oder auf beiden Seiten bedruckt, präsentieren sich Visitenkarten doch eher einheitlich. Allenfalls ein farbig gestaltetes Firmenlogo setzt sich vielleicht noch von der sonstigen schwarzen Einheitsschrift ab. Ansonsten könnte man aber meinen, die Phantasie der Besitzer oder der Werbeagenturen, die sich schließlich verantwortlich für das Corporate Design zeichnen, hört bei der Gestaltung der Visitenkarte auf. dabei müssen die Visitenkarten ja nicht nur bloß bunt sein. Eine geschmackvolles Design mit dezent farbigen Hintergrund, der zur Branche passt und den Inhalt unterstreicht wäre ja auch schon eine willkommene Abwechslung.
Allerdings gibt es im Breich der bunten Visitenkarten auch einige Geschmacksverirrungen, die man lieber wieder zurücknehmen sollte. Zu überladene Karten, die sich in allen möglichen Regenbogenfarben präsentieren, lenken zwar die Aufmerksamkeit auf sich aber vom eigentlichen Inhalt ab.
Manche Branchen stoßen da natürlich auch auf Grenzen der Pietät. Ein Bestattungsunternehmen sollte sich nicht auf einer orangefarbenen Visitenkarte präsentieren. Hier wären gedecktere Töne in beige oder olive angebrachter.
Auffallend sind die größeren und farbiger gestalteten Visitenkarten aus dem asiatischen Raum. Auf aufwändig hergestelltem Büttenpapier erscheinen die oft mit liebevollen Details versehenen Visitenkarten wie in einer teuren Manufaktur gefertigt und stellenweise mutet es an, als hätte ein japanischer Kalligraph sich verewigt. Etwas mehr Farbe könnte die Geschäftswelt auch hierzulande vertragen auch wenn es nur bunte Visitenkarten sind.